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SAP PP Modul - SAP Produktionsplanung

Ein Fachbeitrag von Claudia Jost, Autorin des Buches Schnelleinstieg in die SAP-Einkaufsprozesse (MM)

SAP MM (Materials Management)

Eine Vielzahl an Unternehmen in Deutschland verwendet SAP als ERP-Software (Enterprise-Resource-Planning), um ihre Ressourcen, wie z. B. Materialien und Fertigungskapazitäten, optimal zu planen und einzusetzen. Fast alle dieser Unternehmen bedienen sich der SAP-Module FI und CO für ihre Finanzprozesse. Aber auch in deren Materialwirtschaft ist SAP mit dem Modul »Materials Management«, kurz MM, längst angekommen. Materials Management kann für den deutschen Sprachgebrauch mit Materialwirtschaft gleichgesetzt werden.

Der sehr hohe Anteil an Unternehmen, die das Modul MM einsetzen, ist ein Indikator für den besonderen Stellenwert, den die Warenwirtschaft im Unternehmen einnimmt, und unterstreicht damit die Bedeutung eines gut organisierten Materialmanagements als Bedingung für den Geschäftserfolg. Eine gezielte Planung und Steuerung der Materialflüsse sowie eine regelmäßige Bedarfsermittlung und –deckung sind bedeutende Erfolgsfaktoren gerade in schnellen Märkten, die hohe Flexibilität bei geringer Lagerhaltung erfordern. Kunden setzen eine 100%ige Lieferfähigkeit und -treue voraus.

Der Einsatz eines SAP-Systems bei der Abwicklung von Bestellungen führt dazu, dass Rechnungen nicht mehr ohne Bestellbezug verbucht werden können. Dies ist gerade in großen Unternehmen für die Sicherstellung der Korrektheit von Rechnungen sowie der daraus erfolgenden Transparenz mit einzuhaltendem Vier-Augen-Prinzip wichtig, die auch von Wirtschaftsprüfungsunternehmen gefordert wird. Eine zusätzliche Anforderung an das ERP-System ist die genaue Abbildung der vorhandenen Bestände, Lagerverweildauern sowie der zukünftigen Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen.

Folgende Hauptfunktionen ordnen wir der Materialwirtschaft zu:
  • Der Einkauf, der die Bezugsquelle festlegt, sodass eine Bestellanforderung bzw. eine Bestellung aufgebaut werden können. Hier erfolgt auch das Controlling des Bestellprozesses (Auftragsbestätigungen, Lieferungen etc.).
  • Im Rahmen der Lagerverwaltung und Bestandsführung erfolgt die Buchung von Wareneingängen und Reservierungen.
  • In der Eingangsrechnungsprüfung werden die Lieferantenrechnungen erfasst und die Angaben der Rechnungen gegen die Angaben in den Bestellungen geprüft, wie z. B. Preise oder Zahlungsziele. Treten keine Abweichungen auf, wird die Rechnung zur Zahlung freigegeben.
  • Im Bereich Bewertung werden Materialpreisänderungen für die Bilanzbewertung und die Ist-Kalkulation vorgenommen.
  • Materialzählungen, die Erfassung von Inventurbelegen und ggf. die Differenzbuchungen gehören zum Cluster Inventur.


Die einfache Strukturierung der Prozesse im Materials Management sowie die enge Verzahnung mit dem Finanz-Modul machen MM zu einem der am häufigsten genutzten SAP-Module. Durch die konsistente Nutzung der Möglichkeiten, die das SAP-System bietet, zu einer größeren Prozesssicherheit im Unternehmen führen. Diese ist vor allem deshalb von Belang, da gerade in Unternehmen, die SAP einsetzen, zumeist sehr große Einkaufsvolumen bewegt werden. Dieses beschränkt sich nicht nur auf für die Fertigung benötigte Materialien – also die direkten Materialien –, sondern schließt auch alle sogenannten indirekten Materialien ein. Die Kosten für beispielsweise Büromaterialien, Dienstwagen und Dienstreisen erreichen oft mehrere Millionen pro Jahr. Bei diesen Beträgen kann man verstehen, dass die Unternehmensleitung Wert auf einen sicheren und nachvollziehbaren Prozess legt.

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SAP MM Forum

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Autor

Claudia Jost war 15 Jahre im Bereich Prozessdesign tätig. In dieser Zeit zählte zu ihren Schwerpunkten die Gestaltung von Prozessen mit externen Geschäftspartnern – zum einen mit Fokus auf Beschaffungsprozesse, zum anderen auf die Abbildung dieser Prozesse in SAP. Dabei bildeten die elektronische Anbindung per EDI und die Optimierung von internen Geschäftsprozessen auf der Basis von SAP-Standardanwendungen ebenfalls Teile ihrer Aufgaben. Im Rahmen der Neugestaltung des EMS-Prozesses war sie verantwortlich für die Einbindung des gesamten Ablaufs in SAP – vom Kundenauftrag über die Fertigung bis hin zur Lieferung. Heute ist Claudia Jost bei einem international tätigen Produzenten von Batteriesystemen beschäftigt und baut die Niederlassung in Deutschland auf. Vor Ihrer beruflichen Laufbahn hat Claudia Jost eine Ausbildung zur Augenoptikerin absolviert und anschließend Wirtschaft an der Fachhochschule in Bocholt studiert.

Autorin des Buches Schnelleinstieg in die SAP-Einkaufsprozesse (MM)

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