SAP QM Modul - SAP Qualitätsmanagement

Ein Fachbeitrag von Yvonne Lorentz, Autorin des Buches Qualitätsmanagement mit SAP

SAP QM (Qualitätsmanagement)

Das Modul Qualitätsmanagement beinhaltet eine Vielzahl an Funktionen, mit denen die Qualität innerhalb der gesamten logistischen Kette sichergestellt werden kann.

Integration in Modul MM - Einkauf / Bestandsführung

Zur Unterstützung des Beschaffungsprozesses sind QM-Funktionen in das Lieferantenmanagement integriert, in dem nach ausgewählten Kriterien eine Lieferantenauswahl sowie nach Erfüllung der Qualitätsansprüche eine Lieferantenfreigabe erfolgt. Zur Überwachung der Mustereingänge kann die Erstmusterprüfung verwendet werden. Des Weiteren wird eine kontinuierliche Überwachung des zum Lieferanten gehörigen QM-Systems sichergestellt.

Die Wareneingangsprüfung fremdbeschaffter Ware wird durch die Buchung des Wareneingangs angestoßen. Zur Abfrage von beigelegten Zertifikaten kann die integrierte Zeugnisabwicklung aktiviert werden. Erhalten Sie vor der Lieferung bereits ein Muster, so legen Sie Vorabmuster zur Bestellung an, sodass von vorneherein ein festgelegter Qualitätsstandard bewahrt werden kann.

Integration in Modul PP / PPPI

Während des Produktionsprozesses ist das Qualitätsmanagement in der Auftragsabwicklung integriert. So ist es möglich, unabhängig von der Art des Prozesses, während der gesamten Laufzeit eines Auftrages Prüfungen durchzuführen. Die Ergebnisse dieser Prüfungen dienen als Basis für eine eventuelle Anpassung der nächsten Schritte im Prozess. Zusätzlich können Sie die Freigabe der produzierten Menge über ein weiteres Prüflos abbilden. Der Qualitätsprüfbestand stellt sicher, dass erst nach Abschluß der Prüfung Die Auslieferung oder Weiterverarbeitung erfolgt.

Integration in Modul SD

Die Qualität im Warenausgang wird durch eine sogenannte Prüfung zur Lieferung sichergestellt. Da oft erst zu diesem Zeitpunkt im Prozess der Kunde bekannt ist, können hier kundenspezifische Prüfungen abgebildet werden.

Integration in Modul PM

Zusätzlich zu den prozessbegleitenden Prüfungen gibt es die Möglichkeit, zeitgesteuerte Prüfungen durchzuführen. Diese Art wird für die Prüfmittelverwaltung oder Monitorings spezifischer Faktoren wie zum Beispiel Hygiene oder Umluft verwendet.

Prüfplanung

Jede im Qualitätsmanagement durchgeführte Prüfung kann mit einem Prüfplan dokumentiert werden. Ein Großteil der QM-Stammdaten wird hier zu der jeweiligen Prüfung zusammengeführt:
  • Material: Was prüfe ich?
  • Prüfplatz/Arbeitsplatz: Wo prüfe ich es?
  • Dynamisierungsregeln: Wie oft prüfe ich?
  • Prüf- und Messmittel: Womit prüfe ich?
  • Inhalt der Prüfung Prüfmerkmale, mit:
    • Methoden
    • Toleranzgrenzen bei quantitativen Merkmalen
    • Katalog, wenn die Ausprägungen erfasst werden sollen.
    • Stichprobenverfahren legt Anzahl der Werte fest
    • Dynamisierungsregel, wenn einzelne Merkmale dynamisiert werden sollen


Ablauf der Prüfungen

Systemseitig finden die Prüfungen in einem Prüflos statt, welches manuell oder automatisch aus dem Prozess erzeugt wird. Ereignisse für eine solche Prüfloserzeugung können die Freigabe eines Fertigungs- oder Prozessauftrages, Materialbewegungen wie Wareneingang oder Erstellung einer Lieferung oder auch das Erreichen des zuvor definierten Prüfzeitpunkts sein. Bei der Prüfloserstellung, zum Beispiel im Wareneingang, kann es vorkommen, dass sich die gesamte Menge während der Prüfung im Qualitätsprüfbestand befindet. Es wird demnach sichergestellt, dass sowohl ungeprüftes Material noch nicht in der Produktion eingesetzt als auch ungeprüfte Ware nicht zum Kunden ausgeliefert werden kann.

Nach Beendigung der Prüfung und der damit einhergehenden Ergebniserfassung wird das Prüflos über den Verwendungsbescheid abgeschlossen. Die Prüflosmenge, kann nun umgebucht werden. Je nach Prüfergebnis erfolgt die Umbuchung individuell, z.B. in den freien oder in den gesperrten Bestand. Bei einer Sperrung wird der Grund vermerkt und Folgeschritte wie eine Rücklieferung oder Umbuchung an ein anderes Material werden eingeleitet.

Qualitätsmeldungen

Qualitätsmeldungen bieten die Möglichkeit, aufgetretene Probleme zu erfassen und zu managen. Das QM unterscheidet drei Arten von Qualitätsmeldungen: Die Lieferantenreklamation, die Kundenreklamation sowie interne Problemmeldungen. Zur Bearbeitung dieser Meldungen werden die Probleme kategorisiert erfasst und Bearbeitern zugeordnet. Definierte Maßnahmen mit Zeitvorgaben sowie eine Zuordnung von Verantwortlichkeiten ermöglichen eine kontrollierte Bearbeitung jeder Problemmeldung. Dokumente wie Fotos oder andere Dateien können unterstützend in den Ablauf integriert und einer Qualitätsmeldung zugeordnet werden. Um die interne und externe Kommunikation sicherzustellen, stehen verschiedene Formulare zur Verfügung.

Eine weitere Variante der Qualitätsmeldung ist die Stabilitätsstudie. Diese wird durchgeführt, um die Veränderung der Eigenschaften eines Materials zu verfolgen, welches über einen längeren Zeitraum verschiedenen Lagerbedingungen ausgesetzt ist.

Qualitätskosten

Eine Erfassung aller Prüf- und Fehlerkosten wird in einem QM-Auftrag durchgeführt. Auf dieser Basis können die Kosten über ein CO-Objekt, wie zum Beispiel einem Innenauftrag, systemintern abgerechnet werden.

Folgende Tabellen werden im Modul QM am Häufigsten verwendet bzw. für Auswertungen benötigt:



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Autor

Yvonne Lorenz ist seit vielen Jahren SAP-Beraterin für die Komponente QM. Neben allen Tätigkeiten in einem Projekt, wie der Blueprinterstellung, dem Customizing sowie den Schulungen der Anwender führt sie auch die Formulargestaltung durch, übernimmt die QM-Entwicklungen und betreut die Datenübernahme. Yvonne Lorenz verfügt über sehr fundiertes Wissen im Modul QM sowie in den angrenzenden logistischen Modulen MM, WM, SD, PP, PP-PI und PM, die mit QM eng integriert sind.

Autorin des Buches Qualitätsmanagement mit SAP